Bildungssystem

Guatemalas Bildungssystem

Indígena-Kinder in der SchuleDas guatemaltekische Bildungssystem hat mit vielen Problemen zu kämpfen, die sich durch das gesamte Spektrum des Bildungsangebotes ziehen. Die Vorschulen, die als Vorbereitung auf die Grundschule dienen, Grundschulen, berufsbildenden Schulen bis hin zu den Universitäten leiden - sofern sie in staatlicher Hand sind - an akutem Geldmangel, schlecht ausgebildeten Lehrkräften und unzureichenden und schlecht ausgestatteten Ausbildungsräumen. Privatschulen, die das gleiche Ausbildungsangebot bieten wie die staatlichen Schulen, kennen diese Probleme nicht. Sie sind jedoch nur der besser gestellten Mittel- und Oberschicht zugänglich und folglich kann sie nur ein sehr geringer Teil der Bevölkerung besuchen.

Schuljahr Lebensalter Schulform
15 18  2. Sekundarstufe Ausbildung   2. Sekundarstufe Abitur 
14 17
13 16
12 15 1. Sekundarstufe
11 14
10 13
9 12 Grundschule (schulpflichtig)
8 11
7 10
6 9
5 8
4 7
3 6 Vorschule
2 5
1 4
Aufbau des guatemaltekischen Schulsystems


Geldmangel ist eins der größten Probleme

Die von genossenschaftlichen und gemeinnützigen Vereinigungen geführten Schulen, vor allem berufsbildende Einrichtungen, leiden ebenso an extremem Geldmangel und fordern von den Lehrkräften ein hohes Potential an Idealismus, da häufig nur sehr geringe oder gar keine Gehälter gezahlt werden.

Betroffen von der chronischen Unterfinanzierung des Bildungssystems ist in der Hauptsache die indigene Bevölkerung, da sie sich häufig den Besuch guter Privatschulen nicht leisten kann und eine notwendige Reform des Systems, die die sprachlichen und kulturellen Besonderheiten der Indígenas berücksichtigen würde, derzeit nicht finanzierbar ist.


Das derzeitige Bildungssystem diskriminiert die Indígenas

Indígena-Kinder in der SchuleNatürlich ist Geldmangel nicht das einzige Problem, das die desolate Situation im Bildungsbereich hervorruft. Neben dem fehlenden Reformwillen der Regierung und der schlechten Ausbildung der Lehrkräfte trägt die anhaltende Diskriminierung der indigenen Bevölkerung dazu bei. Viele indigene Eltern sehen keinen Sinn in der schulischen Ausbildung ihrer Kinder, weil der Unterricht in ihrer Maya-Sprache sowie ihre Kultur und Geschichte nicht im Lehrplan stehen. Folglich schicken sie ihre Kinder - vor allem in der Erntezeit - oft nicht zum Unterricht. Daraus resultieren hohe Abbrecherzahlen, Nichtversetzungen und die niedrige Zahl von Grundschul-Abschlüssen.

Maßnahmen, die dem entgegenwirken sollen, wie Stipendien, Schulessen und die Kürzung von Schulgeldern, werden zurzeit nicht finanziert.


Notwendige Verbesserung der LehrerInnen-Ausbildung

Unterricht in GuatemalaNeben dem Ausbau der schulischen Infrastruktur ist dringend eine Anpassung der Lehrinhalte an die Bedürfnisse der GuatemaltekInnen sowie die Verbesserung der LehrerInnen-Ausbildung erforderlich, um eine langfristige Veränderung im guatemaltekischen Bildungsbereich zu erreichen. So ist es zurzeit möglich, unmittelbar nach erfolgreichem Abschluss der 2. Sekundarstufe LehrerIn der Primarstufe zu werden.


Unterstützt durch Hess & Partner Mediendesign.