|
|
Guatemalas Bildungssystem Das guatemaltekische
Bildungssystem hat mit
vielen Problemen zu kämpfen, die sich durch das gesamte
Spektrum des Bildungsangebotes ziehen. Die Vorschulen, die als
Vorbereitung auf die Grundschule dienen, Grundschulen, berufsbildenden
Schulen bis hin zu den Universitäten leiden - sofern sie in
staatlicher Hand sind - an akutem Geldmangel, schlecht ausgebildeten
Lehrkräften und unzureichenden und schlecht ausgestatteten
Ausbildungsräumen. Privatschulen, die das gleiche
Ausbildungsangebot bieten wie die staatlichen Schulen, kennen diese
Probleme nicht. Sie sind jedoch nur der besser gestellten Mittel- und
Oberschicht zugänglich und folglich kann sie nur ein sehr
geringer Teil der Bevölkerung besuchen.
Geldmangel ist eins der größten Probleme Die von
genossenschaftlichen und gemeinnützigen Vereinigungen
geführten Schulen, vor allem berufsbildende Einrichtungen,
leiden ebenso an extremem Geldmangel und fordern von den
Lehrkräften ein hohes Potential an Idealismus, da
häufig nur sehr geringe oder gar keine Gehälter
gezahlt werden.
Betroffen von der
chronischen Unterfinanzierung des Bildungssystems ist in der Hauptsache
die indigene Bevölkerung, da sie sich häufig den
Besuch guter Privatschulen nicht leisten kann und eine notwendige
Reform des Systems, die die sprachlichen und kulturellen Besonderheiten
der Indígenas berücksichtigen würde,
derzeit nicht finanzierbar ist.
Das derzeitige Bildungssystem diskriminiert die Indígenas Natürlich ist
Geldmangel nicht das einzige Problem, das die desolate Situation im
Bildungsbereich hervorruft. Neben dem fehlenden Reformwillen der
Regierung und der schlechten Ausbildung der Lehrkräfte
trägt die anhaltende Diskriminierung der indigenen
Bevölkerung dazu bei. Viele indigene Eltern sehen keinen Sinn
in der schulischen Ausbildung ihrer Kinder, weil der Unterricht in
ihrer Maya-Sprache sowie ihre Kultur und Geschichte nicht im Lehrplan
stehen. Folglich schicken sie ihre Kinder - vor allem in der Erntezeit
- oft nicht zum Unterricht. Daraus resultieren hohe Abbrecherzahlen,
Nichtversetzungen und die niedrige Zahl von
Grundschul-Abschlüssen.Maßnahmen,
die dem entgegenwirken sollen, wie Stipendien, Schulessen und die
Kürzung von Schulgeldern, werden zurzeit nicht finanziert.
Notwendige Verbesserung der LehrerInnen-Ausbildung Neben dem Ausbau der
schulischen Infrastruktur ist dringend eine Anpassung der Lehrinhalte
an die Bedürfnisse der GuatemaltekInnen sowie die Verbesserung
der LehrerInnen-Ausbildung erforderlich, um eine langfristige
Veränderung im guatemaltekischen Bildungsbereich zu erreichen.
So ist es zurzeit möglich, unmittelbar nach erfolgreichem
Abschluss der 2. Sekundarstufe LehrerIn der Primarstufe zu werden.
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||