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| Nothilfe
nach Hurrikan Stan |
Dank großzügiger Spenden
konnte Esperanza e.V. dazu beitragen, große Teile der duch
den Hurrican Stan verursachten Zerstörungen zu beheben.
Anfang Oktober 2005 hat der
Hurrikan Stan schwere Zerstörung in Zentralamerika verursacht.
Sintflutartige Regenfälle führten zu
Überschwemmungen und Erdrutschen in weiten Teilen
Mittelamerikas. Vor allem an der Pazifikküste und im gesamten
Westen Guatemalas kam es zu schweren Schäden. Offizielle
Daten, die jedoch aufgrund mangelnder Koordination als
unvollständig gelten müssen, besagen, dass
über 650 Menschen durch Erdrutsche und
Überschwemmungen in Guatemala ums Leben gekommen sind.
Tausende Menschen wurden obdachlos. Durch langanhaltende
kräftige Regenfälle wurden diverse Brücken
mitgenommen, Flüsse traten über die Ufer und
überschwemmten ganze Städte und Dörfer. Da
zunächst viele Regionen vom Rest des Landes
vollständig abgeschnitten waren und die Regierung trotz
internationaler Unterstützung nicht zeitnah reagiert hat, lief
die Hilfe nur langsam an. Mehr als 100 Gemeinden hatten zwei Monate
nach dem Sturm immer noch keine Hilfe erhalten. Der guatemaltekische
Präsident Oscar Berger hatte mit Verspätung
für 30 Tage den Katastrophenzustand ausgerufen.
Mitunter
wurden ganze Dörfer wie beispielsweise das Dorf
Panabaj am Atitilán-See komplett unter
Schlammlawinen verschüttet. Eine Überlebende
berichtete, dass man dort, wo das Dorf Panabaj war, nun vor einem
riesigen Erdfeld stehe und nichts mehr von einer Siedlung erkennbar sei.
Neben der Infrastruktur wie
Straßen und Brücken, die durch die Schlammlawinen
beschädigt und zum Teil unbefahrbar zerstört waren,
war die Bevölkerung vor allem durch die Schäden in
der Landwirtschaft betroffen. Zum Teil haben sie ihre eigenen Felder
verloren und keinen Platz oder kein Geld, um noch einmal neu zu
beginnen. In anderen Fällen haben sie als
TagelöhnerInnen auf Kaffee- oder Bananenplantagen oder auf
Vieh- und Milchfincas gearbeitet, die aufgrund der Schäden
ihre Produktion nicht aufrecht erhalten können und die
Angestellten allesamt entlassen haben.
Unsere erste
Vorsitzende Christiane Treeck befand sich zu der Zeit der Katastrophe
in der Hauptstadt Guatemala und berichtete von ihrer ersten Fahrt nach
dem Wirbelsturm in das Gebiet um Sololá, wo sich die meisten
der Schulbauprojekte von Esperanza befinden. Christiane Treeck schrieb
am 14. November:

Liebe Freundinnen und Freunde von Esperanza,
die aktuelle Situation ist wohl am ehesten als zweischneidig, und ich
befürchte als relativ typisch für die
Umstände und ein Land wie Guatemala, zu bezeichnen. Hier in
der Stadt, wo der Sturm keine Spuren hinterlassen hat, ist gar nichts
mehr von der Aufregung der ersten Tage zu spüren, im
Gegenteil, der Alltag hat die Bevölkerung wieder.
Während in den ersten zwei Wochen die Sachspenden in Form von
Lebensmitteln, Kleidung und Decken - mich
überraschend - sehr eifrig bei den Sammelstellen
abgegeben wurden, stehen jetzt Organisationen wie das Rote Kreuz und
andere humanitäre Hilfsinstitutionen vor der Situation, dass
die Regierung nicht in die Pötte kommt und sich an vielen
Orten auf das Engagement anderer verlässt, einige betroffenen
Gemeinden immer noch nicht versorgt sind und gleichzeitig keine
Hilfsgüter mehr gespendet bzw. von der Regierung zur
Verfügung gestellt werden. (Dass in vielen Fällen
kaputte Kleidung gespendet wurde und Lebensmittel, die gekocht werden
müssen, für Orte, wo das Gas ausgegangen oder das
Brennholz durch die Regengüsse nass geworden war, ist
bloß eine Beobachtung am Rande.)
Ich habe es
nach zwei Wochen in der Hauptstadt nicht mehr ausgehalten und wurde
unruhig, musste doch endlich selbst und persönlich die
FreundInnen sprechen und drücken, die den Stan vor Ort
abbekommen hatten. Lange war im Radio immer wieder von Erdrutschen auf
der Interamericana (der Hauptverbindungsstraße durch
Guatemala) die Rede - und auch heute ist die Strecke noch nicht
völlig sicher vor neuen Lawinen, es gibt noch viele Baustellen
und die Spuren von den inzwischen geräumten Erdmassen
begleiten beinahe den gesamten Weg. Zudem war die Straße
vordringlich für Hilfstransporte freigegeben. Kurz bevor ich
mich auf den Rückweg von Sololá in die Hauptstadt
machen wollte, ist wieder ein Stück Interamericana abgerutscht
(siehe Foto rechts).
Ich nutzte also die erstbeste Gelegenheit und verbrachte knapp eine
Woche in Sololá bei unserem Architekten Luis und seiner
Familie. In der Stadt Sololá selbst ist durch den Sturm
nichts passiert, getroffen hat es die umliegenden Dörfer. Ich
habe zwei Touren mit Luis unternommen, um den Stand der Dinge zu
begutachten. Die Ungleichheiten zwischen und in den Dörfern
selbst und die gleichzeitige Gelassenheit der Geschädigten hat
mich sehr berührt.
 In Peña Blanca hat es beispielsweise
drei Familien getroffen, Don Juan, Don Vicente und dessen Bruder. Don
Vicente ist erfolgreicher Landwirt und hat ein großes
Anbaugebiet (20 Cuerdas), für dessen Bearbeitung er sogar
Hilfskräfte brauchte, denen er somit zu einem Einkommen
verholfen hat. Am Dienstag, den 5. Oktober hörte die Familie
mit sieben Kindern zwischen 2 und 14 Jahren um neun Uhr Abends bereits
ein seltsames Rumoren, deshalb verließen sie das Haus und
fanden bei Verwandten Unterkunft. Um Mitternacht dann rutschten die
gesamten 20 Cuerdas, auf denen auch das Wohnhaus der Familie und das
Haus des Bruders standen, ins Tal (siehe Foto links). Und alle
Anwesenden - inklusive der Geschädigten - hatten bei unserem
Besuch ein Lächeln auf den Lippen und einen Spruch parat, das
Ganze doch locker zu sehen, irgendwie werde es ja wohl weitergehen!
Wundersamer Weise sind die übrigen Häuser des Dorfes
unbeschädigt, jedoch die Wasserleitungen sind
zerstört.
Unser
Architekt Luis hat inzwischen alle "unsere" Schulbaudörfer
besucht und konnte zum Glück keine größeren
Schäden an den Gebäuden durch den Sturm feststellen.
Im Gegenteil, in vielen Dörfern haben "unsere" Schulen als
Herbergen oder Rettungsstationen gedient. Zwar müssen auf
manchen Schulgeländen weitere Befestigungen angebracht und
einige Dächer ausgewechselt werden, aber der Hauptschaden ist
in den vielen Dörfern an den Wasserleitungen auszumachen. Luis
spricht zudem von etwa 20 Prozent Verlust für die lokale
Landwirtschaft, die die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung in
Sololá darstellt. Außerdem trug
schließlich noch die Passivität und Desorganisation
der Regierung zur Verschärfung der gesamten Krise bei.
Da der Zugang zu Wasser nun einmal extrem wichtig und die Reaktion von
Seiten der Regierung erstmal nicht zu erwarten ist, schlug Luis in
diesem Bereich einen Einsatz für die Spendengelder vor. In den
ersten Wochen war vielerorts der Zugang zu den Wasserquellen noch
behindert, zudem war es aufgrund der unsicheren Wetterlage und der
lockeren Erde unsinnig, vorschnell etwas zu unternehmen.
 Inzwischen hat sich die Lage
aber auch vor Ort etwas geklärt und wir konnten bereits mit
dem ersten Wiederaufbaueinsatz starten: In den drei Dörfern
Monte Mercedes, Peña Blanca und Buena Vista Peña
Blanca werden seit knapp zwei Wochen mit Spendengeldern für
Esperanza
1. die Wasserquellen neu abgesichert,
2. Sammelbecken erneuert,
3. neue Wasserleitungen gelegt und
4. diese, wo notwendig, mit Steinmauern abgestützt und
geschützt.
Die Kosten schätzt Luis auf ca. 4.000 Euro.
Ich danke
euch noch einmal herzlich für alle Unterstützung
und grüße euch herzlich
Christiane
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Lesen Sie im zweiten Teil,
wie Esperanza in Guatemala helfen konnte.
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